Neues aus dem Filmarchiv – 28.02.2018

Diese farbigen Schmalfilmaufnahmen halten Ereignisse des Jahres 1967 in Leipzig fest, angefangen mit einem Umzug, der ganz im Zeichen des Protestes gegen den Vietnamkrieg steht. Zahlreiche Vietnamesen nehmen daran teil; sie rufen zur „Solidarität mit Vietnam“ auf und fordern das Ende der „USA-Aggression“. Daneben sind ausländische Studenten des Herder-Instituts an der Karl-Marx-Universität Leipzig zu sehen. Die zweite Hälfte des Ausschnitts zeigt eine Gedächtnis-Stele mit Feuerschale, die an den Druck der ersten Ausgabe der „Iskra“ („Funke“) erinnert, der Exil-Zeitung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, die im November 1900 unter Federführung Lenins in Leipzig aus der Taufe gehoben wurde. So lautet ein Propaganda-Slogan des SED-Regimes folgerichtig: „Der Funke wurde zur Flamme.“ Auf Bildern einer Kundgebung mit Vorbeimarsch der FDJ ist zuletzt an der Seite von Staatschef Walter Ulbricht Politbüro-Mitglied Erich Honecker zu sehen, der Ulbricht vier Jahre später beerben sollte.

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Neues aus dem Filmarchiv – 22.02.2018

Berlin Johannisthal, September 1909: Der erste offiziell zugelassene Flughafen des Deutschen Reiches, damals noch Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof genannt, nimmt seinen Betrieb auf. Bis zur kommerziellen internationalen Luftfahrt ist es noch ein weiter Weg; die Große Berliner Flugwoche, auf der sogenannte „Aviatiker“ aus Deutschland und dem Ausland miteinander in Wettstreit treten und ihr Können vorführen, ist jedoch von Anfang an ein Publikumsmagnet. Unser Film zeigt Aufnahmen einer solchen Flugschau in Johannisthal, auf der noch französische Flugpioniere die Szene beherrschen. Zu den Zuschauern gehört die damalige gesellschaftliche Prominenz der Reichshauptstadt.

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Neues aus dem Filmarchiv – 16.02.2018

Am 28. Juli 1941 beging Günther Quandt (1881-1954) seinen sechzigsten Geburtstag. Quandt war Industrieller und seit 1937 „Wehrwirtschaftsführer“. Zwischen 1921 und 1929 war er in zweiter Ehe mit Magda Goebbels verheiratet, mit der er einen gemeinsamen Sohn hatte. Zur Feier seines sechzigsten Geburtstages entstand dieser Film, der zunächst einen Morgenempfang in der Villa des Industriellen zeigt. Anwesend sind hierbei u.a. Vertreter des 1899 gegründeten Batterien- und Akkumulatoren-Herstellers AFA (Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft), an der Quandt die Aktienmehrheit hält und die zum Zeitpunkt der Aufnahmen einen wichtigen Zulieferer für die Rüstungsbetriebe darstellt. Das Geburtstagsständchen spielt eine Kapelle der Deutschen Arbeitsfront. Später schließt sich ein Festakt im Hotel Esplanade am Potsdamer Platz an, zu dem sich hochrangige Gratulanten aus Wirtschaft, Partei und Wehrmacht einfinden. Prominentester Gast ist Reichswirtschaftsminister Walther Funk, der die Festrede hält.

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Neues aus dem Filmarchiv – 12.02.2018

Der „Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus“ – oder kurz: „Tag der Befreiung“ – wurde in der DDR seit 1950 als Gedenktag für die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 begangen. Von SED und Besatzungsmacht gelenkte Feierstunden und Kundgebungen wurden auf den Soldatenfriedhöfen der Roten Armee abgehalten – so auch im Thüringischen Pößneck, wo die hier vorgestellten Aufnahmen im Jahr 1955 entstanden. Neben der Heroisierung der sowjetischen Streitkräfte zeigen sie auch Sport- und Unterhaltungsangebote, darunter einen Rummelplatz mit allerlei militaristischen Angeboten für die Kleinsten, der sich aber vordergründig antimilitaristisch gibt: Als Schießbudenfigur fungiert die Karikatur eines adlig-preußischen Reaktionärs.

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